Klinische Sozialarbeit versteht sich als eine in unterschiedlichen Feldern des Gesundheits- und Sozialwesens beratende und therapeutisch behandelnde Profession.
Griechisch »klíne« bezeichnete ursprünglich Lager oder Bett; die »klínike téchne« bildete die "Heilkunst für bettlägerig Kranke". Der Gebrauch des Begriffs »klinisch« erstreckte sich in Wissenschaft und Heilkunde später generell auf die therapeutische Behandlung von Menschen und löste sich vom Bild des Krankenbetts und Krankenhauses. Insofern geht es auch der Klinischen Sozialarbeit um die Herausstellung einer (Heil-)Kunst des psychosozialen Helfens, unabhängig vom Setting.
Ausgehend von einem bio-psycho-sozialen Grundverständnis von Gesundheit, Störung, Krankheit und Behinderung liegt der Fokus Klinischer Sozialarbeit auf einer differenzierten psychosozialen Diagnostik, Beratung und Behandlung im Kontext der Lebenswelt sowie auf einer sozialklinisch orientierten Beeinflussung der Mikro-, Meso- und Makrosysteme der KlientInnen.
Klinische Sozialarbeit findet ihren Ort in psychosozial beratenden und sozialtherapeutisch behandelnden Arbeitsbereichen, u.a. in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe und der Schule, im Bereich der gemeindepsychiatrischen Versorgung, in Krankenhäusern und Fachkliniken, in der Suchtberatung, den verschiedenen Bereichen der Rehabilitation, der Altenarbeit und in bestimmten Bereichen der Straffälligenhilfe.
Die Begrifflichkeit des Klinischen betont damit eine Schwerpunktsetzung auf Handlungsvollzügen im direkten Kontakt mit KlientInnen in einem sozialtherapeutischen Kontext, sowohl in einem institutionellen Rahmen als auch besonders in deren unmittelbarer Lebenswelt.